„Diese Seite fliegt nicht immer – aber sie taucht auf, wo man es nicht erwartet.“

Mit einem Sehrohr, das sich dem Nebel nicht beugt.

BMW iX3: 3,5 Jahre im Elektroalltag

Nach den ersten Erfahrungen mit unserem Plug-in-Hybrid BMW 225xe ist der BMW iX3 seit 3,5 Jahren unser erstes, rein elektrisch betriebenes Fahrzeug (BEV). Die Erstzulassung erfolgte am 15.12.2021. In dieser Zeit hat er uns nicht nur neue Erkenntnisse zum Fahrverhalten und zur Langzeittauglichkeit geliefert, sondern uns auch mit überraschenden Details konfrontiert.

Dabei haben wir einige Software-Details entdeckt, die von Nutzern oft als "Bugs" bezeichnet werden. Diese reichen von kurios bis störend, aber bisher sind keine bedrohlichen Fehler aufgetreten.

---

iX3: Assistenzsysteme und Fahrkomfort

Die Assistenzsysteme des BMW iX3 sind besonders beeindruckend. Der Limiter passt die maximale Geschwindigkeit eigenständig den Verkehrsschildern an und hilft so, Tempoüberschreitungen zu vermeiden. Die Abstandsregelung, die Spurfühung und das adaptive LED-Licht stärken die Überzeugung, dass autonomes Fahren zur Zukunft gehört.

Auch der Fahrkomfort überzeugt voll und ganz. Die ruckelfreie Beschleunigung und das geräuschlose Dahingleiten sind ein Erlebnis, das den nervigen Brummton und das Ruckeln von Automatikgetrieben schnell vergessen lässt. Die verbauten Kameras bieten eine hervorragende Rundumsicht, was das Manövrieren und Einparken erheblich erleichtert.

Ein Vorteil gegenüber dem Vorgängermodell ist die verbesserte Lenkradheizung. Auch die Möglichkeit, die Umluftschaltung dauerhaft zu aktivieren, spart im Winter viel Energie, da die kalte Außenluft nicht ständig erwärmt werden muss.

---

Herausforderungen, Defekte und Softwarefehler

Auch ein Elektroauto kann technische Mängel aufweisen. Im Frühjahr 2020 war bei unserem iX3 die Combined Charging Unit (CCU) defekt, was die AC-Ladeleistung auf ein Drittel reduzierte. Glücklicherweise funktionierte die DC-Ladung weiterhin uneingeschränkt. Nach dem Austausch der Einheit war alles wieder in Ordnung.

Ein wiederkehrendes und besonders störendes Problem betrifft die Memory-Sitze. Ich konnte einen reproduzierbaren Fehler identifizieren, der in einem spezifischen Szenario auftritt:

Die Folgen sind gravierend: Als großer Fahrer werde ich am Lenkrad eingequetscht, während meine Frau als Fahrerin nicht mehr an die Pedale kommt. Ein Sitz sollte sich niemals verstellen, solange eine Person darauf sitzt und das Fahrzeug in Betriebsbereitschaft ist.

Ein weiterer Punkt ist die automatische Verriegelung, die nach elf Monaten zum ersten Mal nicht funktionierte. Das Problem konnte durch erneutes Schließen der hinteren rechten Tür behoben werden. Der BMW-Kundenservice teilte mit, dass dies nicht per Over-the-Air-Update behebbar ist.

---

iX3: Verbrauch und Effizienz im Alltag

Das hohe Gewicht des iX3 spielt bei einem gut konzipierten Elektroantrieb eine geringere Rolle als bei einem Verbrenner. Der iX3 benötigt etwa 15,3 kWh/100 km, was bei einem Preis von 0,2939 €/kWh Kosten von ca. 4,50 € pro 100 km ergibt. Im Vergleich dazu lag der Verbrauch unseres 225xe bei 12,5 kWh/100 km. Der Mehrverbrauch von 3 kWh ist angesichts von 550 kg Mehrgewicht für diesen "großen Brotkasten" sehr gut.

Die Reichweite ist dank der präzisen Anzeige gut planbar. Das Gerücht vom Liegenbleiben halte ich für überholt, zumal der Ausbau der Ladeinfrastruktur rasant voranschreitet. Das Windschattenfahren hinter einem LKW hat bei uns auf der Autobahn zu Verbräuchen von 10,2 bis 12,4 kWh/100 km geführt. Das entspricht Kosten von nur 3,45 € auf 100 km.

Die folgenden Bilder dokumentieren unsere Verbrauchswerte, die am 14.06.2025 aufgenommen wurden und alle Fahrten seit der Fahrzeugübergabe am 18.12.2021 umfassen:

---

Zubehör, Wünsche und Bedienung

Der Driving Recorder ist ein praktisches Feature, das das Geschehen um das Fahrzeug herum aufzeichnet. Die Over-the-Air-Updates (OTA) sind eine große Erleichterung und sparen den manuellen Aufwand per USB.

Dennoch gibt es Wünsche für die Zukunft: Eine Ab-Regelung der Geschwindigkeit bei teil-autonomem Fahren nach einer einstellbaren Obergrenze wäre wünschenswert, um den "Schilderwald-Spurt" zu vermeiden. Auch eine diskretere Positionierung des Typ-2-Ladeanschlusses am Heck, ähnlich wie bei Tesla, wäre eine Verbesserung.

Die My BMW App hatte sich im Vergleich zur früheren Connected Drive App zunächst einmal verschlechtert, bis es wieder besser wurde. Funktionen, die einst einwandfrei funktionierten, waren unzuverlässig, was den Nutzerkomfort minderte.

---

Persönliche Gedanken zum iX3

Das Fahrverhalten des iX3 bietet Erkenntnisgewinn, ohne die gefühlte "Überlebenslast" mancher SUVs. Er ist der logische Schritt nach unserem 225xe Plug-in-Hybrid, der im Vergleich wie ein Oldtimer wirkt.

Ein Auto mit dem Limiter ist ideal für präzises Fahren. Die kleinsten Dinge können bei Beachtung Freude bringen.

Wie kann ein fast zweieinhalb Tonnen schweres Fahrzeug so effizient sein? Kritiker müssen das erst verstehen.

Das Fehlen von gewohnten Ausstattungen wie Panoramadach oder Standheizung macht Ersatzfahrzeuge zu einem "Horror". Vor allem das geräuschlose Dahingleiten wird schmerzlich vermisst, besonders nach Tagen mit einem Benziner oder Diesel.

Anpassung an Neues geht schnell, aber die Rückkehr zu weniger Komfort wirkt viel heftiger.

E-Fahrer sind Vorreiter. Arbeitsplätze werden sich verlagern, besonders in der Softwareentwicklung und kundennahen Konfiguration.

Hochkomplexe Systeme im Auto erfordern eine gute Konfiguration. Zukünftige Sprachsteuerungen mit 5G werden die Bedienung kinderleicht machen.

Der iX3 rostet zwar nicht, ist aber putzfreundlicher als ein Golf Plus. Ich gehe lieber in die Waschanlage, obwohl dort Wasser am Heck stehenbleibt.

Softwarefehler erfordern praktische Analyse. Ein "technisch nicht versierter BH-Träger" kann für den Technik-Freak Ärger erzeugen, wenn die Ursache von Fehlern nicht klar ist.

Das ist natürlich alles Gemotze auf hohem Niveau, aber meine Mühe, die schmeiße ich nicht ins Klo.

Ich kann nur hoffen, dass die negative Wertschöpfung beim iX3 ausbleibt, sonst würde ich die Unterseite der Medaille noch einmal sehen.