Eislaufen auf Natureis: Zwischen Freiheit und Vorschrift
Wer möchte schon gerne mit Schlittschuhen im Wasser stehen? Um die Tücken einer Eisfläche zu verstehen, braucht es Zeit und Erfahrung. In Deutschland führt die Tendenz zur Reglementierung oft zu schnellen Verboten, die den Freizeitsport einschränken. Dabei wird oft vergessen, dass ein Verbot ohne Prüfung den Bürger bevormundet.
Die Zäune stehen zwar nicht so dicht, aber jede Pfütze hat bei Schlittschuhen ihr Gewicht.
Die Physik der Eisdecke
Eine Eisdecke verhält sich nicht überall gleich. Ein fließendes Gewässer stellt immer eine größere Gefahr dar als ein stehendes. Faktoren wie Wassertiefe, Sonneneinstrahlung durch tiefstehende Sonne hinter Bäumen und sogar Verunreinigungen durch Düngemittel beeinflussen die Tragfähigkeit massiv.
Ein weit verbreiteter Denkfehler betrifft die Geräusche: Das donnerartige Krachen bei Dehnungsrissen (besonders auf Allgäuer Seen) ist oft ein Zeichen für einen dicken Eispanzer. Ein leises, zartes Knistern hingegen warnt vor einer zu dünnen Schicht.
Spiegeleis am Waldsee (Walldorf)
Am 20.01.2024 zeigte der Waldsee in Walldorf eine trügerische Spiegeleisschicht.
Die Eisstärke ist nie durchgängig gleich. Ohne Zufluss sorgt allein die Thermik im Wasser für unterschiedliche Dicken.
Die "Blindenstock-Methode" zur Eisprüfung
Seit zwei Jahrzehnten nutze ich ein eigenes Verfahren zur Prüfung: Den Eishockeyschläger. Er fungiert wie ein Blindenstock. Stoße ich das Griffstück senkrecht auf das Eis, verrät mir das Geräusch und der Widerstand alles Nötige.
- Lautes, hohles Geräusch: Tragfähiges Eis.
- Eintauchen des Schlägers: Sofortiger Stopp, Messung der Dicke am Loch.
Ohne zu prüfen mit einem Verbot, komme ich mir vor wie ein Idiot.
Freizeitstörung und Fehlmoral
Unverständlich bleibt die Zerstörungswut mancher Gruppen. In der Günther-Klotz-Anlage in Karlsruhe wurde die Eisfläche mutwillig mit Bruchstücken übersät, um das Eislaufen unmöglich zu machen – eine fast kriminelle Energie gegen das Allgemeinwohl.
Am Sonntag, den 21.01.2024, kam es trotz tragfähiger Eisdecke zu Polizeieinsätzen gegen die Bevölkerung. Während in St. Petersburg Schilder lakonisch davor warnen, dass man erst nach der Schmelze nach Eingebrochenen sucht, herrscht bei uns eine Vollkasko-Mentalität, die Freude durch Verbote ersetzt.
Eigenverantwortung setzt Wissen voraus. Wer die Signale der Natur lesen kann, braucht keine Absperrbänder. Mehr zur Wahrnehmung von Gefahren und Relationen auf der Inhalt von Seelenlast.
Der Eisprüfstock: Ein Weg aus der Verbotsklemme
Ich biete jedem Interessierten eine kostenlose Einweisung in den Eisprüfstock an. Für Verwaltungen wäre dies ein Ausweg: Statt pauschaler Verbote könnten Schilder darauf hinweisen, dass die Nutzung auf eigene Gefahr erfolgt – wer ungeprüft einbricht, trägt die Kosten selbst.
Demokratie braucht keinen "Maulkorb"
Polizeieinsätze wie in der Günther-Klotz-Anlage sind nach geltenden Richtlinien verständlich, doch eine starke Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass sie Eigenverantwortung fördert. Zu viele Verbote ersticken das Wohlgefühl.
In einer Diktatur gäbe es solche kritischen Texte nicht – dort müsste der Psychologe um sein Leben fürchten, wenn er die Lasten eines Herrschers analysiert. In unserer Demokratie dürfen wir uns noch über "Blödsinn" aufregen.
Der Denkfehler beim Eis: Erfahrung vs. Standardwerte
Behörden fordern oft 12 bis 15 cm Eisdicke. Meine Erfahrung aus 40 Jahren zeigt: Eine zuverlässige, kompakte 5-cm-Schicht kann mich als Eisläufer sicher tragen, wenn die örtlichen Bedingungen bekannt sind. Ein See im Wald reagiert anders als eine asphaltierte Flachwasserzone.
Eislaufen ist kein Baden – wir befinden uns über dem Wasser, nicht darin.
Ich bin am Hopfensee bei -15 Grad eingebrochen und kenne den Schmerz. Es war eine nachgebende Boje unter einer Schneekuppel. Genau deshalb stehe ich zu meiner Prüfmethode. Wer behauptet, dunkles Eis trage grundsätzlich nicht, unterliegt einem Denkfehler.
Konfliktfall: Angler und Schlittschuhläufer
Oft prallen Interessen aufeinander. Ein Pächter, der den Naturschutz vorschiebt, um Eisläufer zu vertreiben, handelt aus seiner Sicht legitim – doch die Wirkung ist oft die eines "Schlächters" der Lebensfreude. Dabei gäbe es Lösungen, wie sie schon früher mit Experten wie Dr. Kieckhäfer besprochen wurden: Miteinander reden statt Verbote zu säen.
Er gab sich aus als ein Pächter, die Wirkung war für mich letztendlich wie von einem Schlächter.
Das Ideal: Die überflutete Wiese
Wenn der Himmel die Schleusen öffnet und der Frost folgt, entstehen die schönsten Eisfelder auf Wiesen (wie an der B3 bei St. Leon-Rot). Hier gibt es keine Gefahr des tiefen Einbrechens – ein Paradies für Kinder und Familien.
Dieses Erlebnis ist durch keine Kunsteisbahn zu ersetzen. Ökostrom sollte für Elektroautos genutzt werden, nicht um Eis dort zu erzeugen, wo die Natur es uns kostenlos schenkt – wenn man uns nur lässt.
Demokratie lebt vom Zusammenhalt und vom Austausch. Lassen wir uns die Freude an der Natur durch eine "Lügenbrille" aus Angst und Bürokratie nehmen? Mehr Gedanken zum Seelenschutz und zur Eigenverantwortung finden sich unter Seelenschutz oder auf der Inhalt von Seelenlast.